Der Einzug


Wir sind jetzt umgezogen. Es hat ganz gut geklappt, denn der Umzug war super organisiert, Katze war 6 Stunden narkotisiert und weitere 12 Stunden auf Speed. Jetzt allerdings geht die Drecksarbeit im Keller weiter. Mein Plan war es, die Wohnung - damals noch ohne Keller- eins zu eins auf die neue Wohnung zu übertragen, so wie ein Museums-Kurator die Verschiffung einer besonders aufwändigen Installation organisiert. Jetzt allerings haben wir einen großen Keller, was mich dazu verführte, etliche Dutzend Möbel und Haushaltsgeräte im Keller zwischenzulagern. Resultat: In dem neuen Keller stehen zwei Räder, Sperrmüll und alles was wir in der neuen Wohnung brauchen aber nicht finden können. Kabelbinder, Blumentöpfe, Lohnsteuerkarte vom letzten Jahr? Nicht auffindbar, also im Keller. Die Kisten die ich gebunkert habe muss ich immer wieder neu schichten, wenn ich was finden will. Sie bilden einen überdimensionalen Zauberwürfen für Messis.
Jetzt träume ich sogar vom Keller. Helmut Kohl, Gerhard Schröder und Angela Merkel inspizieren Ihn, um festzustellen, ob die Art wie ich ihn eingeräumt habe, irgendwelche Grenzwerte überschreitet. Mir ist der Traum fast zu realistisch. Beim Anblick der Kistenhölle lacht Dr. Kohl so, wie er immer bei Kerner und Beckmann lacht: als habe er alles gesehen und könne, statt drüber zu lachen, auch genauso gut weinen. "Ich finde nichts!" beklage ich mich bei der Bundeskanzlerin. "Sie können auf mein Verständnis rechnen, nicht aber auf mein Mitgefühl. Denn was meinen sie, warum es unmöglich ist, dieses Land zu regieren? Wegen des Umzugs! Der da hat Ihn geplant (und deutet mit dem Kinn auf Kohl), der da hat Ihn gemacht und ich? Ich finde nichts!" "Und was bedeutet das für mein weiteres Leben?" frage ich. "Im Keller ist jeder allein" orakelt die Merkel. "Mir reichts jetzt, das ist ja wie bei Scheibenwischer!" sage ich und wache auf.
Jetzt verstehe ich auch warum so viele Menschen einen Hobbykeller haben. Wenn man sowieso ständig in den Untergrund getrieben wird um nach was zu suchen, kann man das auch gleich zum Hobby machen.

Der Auszug


Wie jeder weiß, rangieren Umzüge ganz oben auf der Liste traumatischer Ereignisse, direkt nach Scheidungen, Hundescheisse auf Treppenabsätzen und Fernsehauftritten von Hansi Hinterseer. Der umziehende Mensch kommt schnell an seine Grenzen und man merkt, wie man seelisch und vor allem körperlich auf das Einfach-da-wohnen eingerichtet ist.
Am Samstag ziehe ich um. Freiwillig.
Der Mensch, dem ein Umzug bevorsteht, lebt wochenlang im Chaos und Müll weil er aussortiert und packt. Jeden Gegenstand den ich einmal erworben habe, muss ich noch einmal anfassen, es ist, als würde man sich in Tippelschritten und mit krummen Rücken zurück in die Vergangenheit begeben. Am meisten allerdings entsetzt mich, wie sehr sich die alte Wohnung gehen lässt. Leere Bohrlöcher glotzen mich beleidigt an, Birnen brennen aus, hinter abgehangenen Regalen kommt mir der Putz entgegen, die Wohnung führt sich kindisch auf und um sich an mir zu rächen wird sie von Tag zu Tag ungemütlicher. Wenn ich mich kurz hinsetzte um mich auszuruhen, sehe ich nichts als Dinge die noch eingepackt werden müssen und wenn ich sie dann eingepackt habe, sehe ich die hellen Umrisse vor der vergilbten Wand. Ich fürchte mich jetzt schon vor der letzten Nacht in der alten Wohnung. Wahrscheinlich platzt ein Rohr oder das Klo explodiert oder die Wohnung kommt auf irgendeine Stephen-King-mäßige Idee um mich am Auszug zu hindern. Und noch viel seltsamer als der letzte Tag in der alten Wohnung wird der Erste in der neuen Wohnung sein. Wie das wird, erzähle ich das nächste mal. Bis dahin muß ich aber erst mal badisch lernen, damit die Einheimischen mich verstehen und ich überleben kann. Zum Abschied bitte einmal hier lang. Ich glaube ich muß weinen...

Ohrhaar-Rekord


Also DAS geht ja gar nicht! Ich dachte zuerst dieser Mensch wäre irgend ein abartiges Abbild von Yoda oder ich hätte einfach zuviel Wandfarbe geschnüffelt. 13,2 Zentimeter lange Ohrhaare? Würg!

Edit: Mir fällt gerade auf, dass die Jacke noch viel schrecklicher aussieht als der Ohrenpelz...

Tumor ist wenn man trotzdem lacht


In letzter Zeit schwellen mir immer mehr und mehr die Drüsen. Ich habe auch keinen mehr lieb. ich bin total pissig. Wer sich jetzt fragt ob ich hier versuche ein masochistisches Faible auszuleben der liegt richtig total falsch! Und da ich im Grunde eigentlich ein netter Mensch bin, gebe ich hier und heute und die folgenden Tage jedem die Chance sich in den Kommentaren über das auszukotzen, was einem gerade auf die Eier geht. Solange bis ich umgezogen und DSL habe. Wie lange das dauert? Drei Wochen? Vielleicht auch fünf. Wer weiß das schon? VIELLEICHT KANN MIR DAS ENDLICH MAL JEMAND SAGEN?? Ich hasse meine zukünftigen Mieter und den verschissenen Vormieter der nicht aus der Wohnung will obwohl er lange schon keine Mieter mehr zahlt.
Ich wünsche Ihm ein riesen Furunkel an seinen fetten Arsch und kurze Ärmchen!

EDIT:
Ich habe nervöse Pickel!

Basteltipps1*


Michael Golembewski bastelt gerne. Zum Beispiel zerlegt er gerne alte Flachbrett-Scanner und schraubt sie an seine antiken Kameralinsen. Und klar, dass bei Verschlusszeiten von bis zu fünf Minuten hoch-ästhetische Bewegungsbilder entstehen. Los. Nachmachen!

Fahrerflucht

Wer mich kennt, weiß, dass ich besser zuhören als autofahren, geschweige denn einparken kann. Das bedeutet, ich habe so ein Ich-hör-Dir-zu-Gesicht drauf, das ich mir eigentlich patentieren lassen sollte, denn hinter diesem Gesicht bin ich an einem Ort, an dem es still und friedlich ist. Während ich also einmal dem Autoradio zuhörte, rammte ich ein parkendes Auto bei dem Versuch, in die Lücke dahinter zu manövrieren. Es gab einen Widerstand, als ich diese Lücke mit einem Pkw füllen wollte, aber ich dachte, dieser Widerstand sei der Bordstein, den die Räder des Autos überwinden mussten. Ein knirschendes Geräusch, das sich schnell zu einem Schreddern steigerte, bewies, dass der Widerstand vielmehr die Stoßstange des anderen Fahrzeugs war. Um genau zu sein: der in der Wagenfarbe lackierte Stoßfänger. Eine teuflische Erfindung der Auto- und Lackindustrie, denn es kostet immer mindestens 600 Euro da was dran machen zu lassen.
Ich habe extra "rammte" geschrieben denn von "streifen" konnte wirklich keine Rede sein und erst recht nicht von "touchieren" dem Lieblingswort aller Lackschäden-Verursacher.
Im ersten Moment dachte ich an Fahrerflucht! Das Wort klingt viel romantischer als der Tatbestand ist. Es klingt, als würde der Rest meines Lebens sich in ein Road-Movie verwandeln, ich wäre nur noch unterwegs, würde im Auto leben, immer den Blick im Rückspiegel. In Wahrheit kostet Lackschaden-Fahrerflucht die Ohren, womöglich den Führerschein und man fliegt aus der Versicherung. Das hat alles keinen Glamour, es ist einfach nur die Klinikpackung des sonst in kleinen Dosen verabreichten Alltagsärgers. Es ist ein Instinkt, zuerst ans Abhauen zu denken. Wir glauben alle, die Regeln würden für uns selbst ein klein bisschen weniger gelten als für alle anderen und zwar von der Strassenverkehrsordung bis zu biologischen Konstanten wie Alter und Tod. Zivilisiert bäumte ich mich auf gegen den Instinkt und rief die Polizei, um mich anzuzeigen. Ehrlich gesagt hatte der betreffende Tag schon vor meiner Sachbeschädigung scheisse ausgesehen: Wir fanden zu lange am Naherholungsgebiet keinen Parkplatz, die Stimmung war längst gekippt und ausser Kaffee und Kuchen waren keine Highlights mehr zu erwarten. Bis dahin. Irgendwann stand ich mit zwei freundlichen Polizisten zusammen, der Schadensnehmer wurde auch noch hinzutelefoniert und innerhalb kürzester Zeit breitete sich eine sagenhaft aufgeräumte, erwachsene Stimmung aus. Es hätte bestimmt nicht viel gefehlt und alle hätten mir auf die Schulter geklopft, selbst die Frau von der Schadens-Hotline der Versicherung. Lange hatte ich nicht das Gefühl gehabt, etwas dermaßen richtig gemacht zu haben.
Man sollte wirklich öfter mal jemanden hinten reinfahren.

Das Video zum Wochenende 1*


Ich mag die Werbung (und das nicht nur weil Renault's plattgefahren werden).

Yo, Yo, Yo!


Frisch geklaute Immobilien kaufen, ein kuscheliges kleines Crackhäuschen einrichten oder die gute alte Schutzgeld-Masche – Wer träumt davon nicht? Alles legal und ohne Lebensgefahr! Gut, dass Ghettopoly auch von Deutschland aus geordert werden kann. Ghettopoly holt das alte Investment-Spiel von der Schlossallee in den Suburb. Zwei bis sieben „Playas“ dürften da viele Abende lang mit Uzis, Weed und Kredithaien spaßige Unterhaltung finden. Lad dir Deine Lieblingshomies ein und dann dürfen alle mal einen auf ganz dicke Hose machen. Bis einer heult halt. Man kennt das ja.

Koks und Nasenduschen


Erwachsene Kinder und ihre Eltern: eine engere und gleichzeitig konfliktreichere Beziehung ist kaum denkbar. Verwandtschaftliche Verbundenheit und ohnmächtige Wut liegen in dieser verhängnisvollen Konstellation näher beieinander als irgendwo sonst (abgesehen vielleicht von der SPD und den Gewerkschaften oder Angela Merkel und der CSU). Ganz schlimm ist es im Winter. Das erwachsene Kind wird von den Eltern angerufen und meldet sich mit einem nasalen "Hallo". Die Eltern lassen eine theatralische Schrecksekunde ins Land ziehen und sagen dann grußlos: "Sag mal, bist du erkältet?" Das erwachsene Kind lügt frech: "Nein wieso, ich bin nur gerade erst aufgestanden", dabei ist es 14:32 Uhr. Doch das erwachsene Kind weiß, dass es unter keinen Umständen zugeben darf, erkältet zu sein denn wer als erwachsenes Kind eine Erkältung hat, hat versagt. Wenn das Kind abstreitet, erkältet zu sein, besteht noch die Chance, ein halbwegs normales Gespräch zu führen. Denkt das erwachsenes Kind. Doch die Eltern lassen sich nicht beirren, ihnen ist völlig egal, ob das erwachsene Kind erkältet oder aus einem anderen Grund heiser und nasal ist (Allergie, Kater, Karnevalslieder gegröhlt). Die Eltern sind besorgt und vorwurfsvoll zugleich, für sie ist es ein Affront, dass das Kind erkältet sein könnte. Es scheint, als hätten sie sich damit abgefunden, dass sie dem erwachsene Kind so vieles nicht haben ersparen können: falsche Jobs, schlechtes Sex, mies geschnittene Wohnungen - da wollen sie doch zumindest nicht schuld sein, wenn ihr Kind eine Erkältung hat. Die Eltern senden dem erwachsenen Kind also zwei Botschaften, wenn sie sich besorgt über ihre Erkältung äußern:
1. Sie sind nicht schuld
2. Es wäre zu verhindern gewesen
"Nimmst du auch genug Vitamin C?" oder "Jeden Morgen Ascorbinsäure, schön in Wasser aufgelöst, ich habe nie was!" oder "Du gehst aber auch nie an die frische Luft" oder "Machst du eigentlich noch Sport?".
Das erwachsene Kind kann auf all dies mit ohnmächtiger Verzweiflung nur "Ja, ja" oder "Ich weiss" antworten. Gern möchte es sich wehren gegen die Entmündigung, die mitschwingt, wenn die Eltern erklären, wie man Erkältungen kuriert ("Hast du Zwiebeln im Haus? Für die Wickel?" "Du musst inhalieren, aber keine Korbblütler!" "Salzwasser hoch in die Nase ziehen, bis es wehtut, das Einzige was wirklich hilft!"). Hier wäre jede aggressive Abwehrreaktion der Beweis für eine erkältungsbedingte Persönlichkeitsveränderung. Als wenn es nicht ärgerlich genug wäre erkältet zu sein! Wütend zieht das erwachsene Kind die Nase hoch und leidet weil es a) in Wahrheit einen wirklich schlimmen Schnupfen hat und b) den Verdacht nicht los wird, dass am Ende womöglich Vitamin C, Nasenduschen und Bewegung an der frischen Luft tatsächlich den Unterschied gemacht hätten. Oder man beschließt beim nächsten mal zu sagen: "Nein Mama, ich bin nicht erkältet, es ist nur das Koks."

Heute: Wie tamponiere ich richtig


Heute möchte ich meinem Freund folgende Frage beantworten: Ja, man kann sich Tampons in die Nasenlöcher stecken wenn man Fließschnupfen hat. Mann kann sich aber auch einen Kronleuchter, eine Panflöte oder einen Tampon Shooter daraus basteln.

(via)

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